Früher Beleg eines Perchtenbrauchs
In Dießen am Ammersee ist eine „Perchtenjagd“ urkundlich erwähnt. Das ist ein früher Beleg für Perchtenbrauchtum – kein Nachweis dafür, dass heutige Krampusläufe bereits damals in dieser Form stattfanden. [1]
Hörner, Holzlarven und Glocken prägen das Bild. Dahinter steht eine lebendige Tradition mit einer vielschichtigen Geschichte – vom Nikolausbesuch bis zu den heutigen Läufen.
DIE GESCHICHTE ENTDECKENWenn im Advent die schweren Glocken erklingen, wird in Salzburg eine Tradition sichtbar, die weit über den eindrucksvollen Auftritt hinausgeht.
Der Krampus ist die furchteinflößende Begleitgestalt des heiligen Nikolaus. Im traditionellen Hausbesuch steht er dem gabenbringenden Nikolaus gegenüber. Später entwickelten sich neben solchen Besuchen eigenständige Auftritte und organisierte Krampusläufe, wie sie heute in vielen Salzburger Gemeinden stattfinden. [1] [2]
Die genauen Ursprünge lassen sich historisch nicht lückenlos nachweisen. Sicher ist aber: Bräuche verändern sich. Ihre Bedeutung liegt nicht allein in ihrem Alter, sondern auch darin, dass Menschen sie weitertragen und neu gestalten.
Was man auf der Straße sieht, beginnt lange vor dem Lauf.
Historische Belege erzählen nicht von einer einzigen unveränderten Urform. Sie zeigen unterschiedliche Bräuche, Verbote, Hausbesuche und die Entwicklung des heutigen öffentlichen Laufgeschehens.
In Dießen am Ammersee ist eine „Perchtenjagd“ urkundlich erwähnt. Das ist ein früher Beleg für Perchtenbrauchtum – kein Nachweis dafür, dass heutige Krampusläufe bereits damals in dieser Form stattfanden. [1]
Das Salzburg Museum bewahrt eine schaurige Maske aus dem Gasteinertal auf, die um 1850 datiert wird. Fichtenholz, Schaffell und Bockshörner zeigen eindrucksvoll die Materialien solcher historischen Larven. [3]
Ein „Nikologartl“ aus der Zeit um 1900 zeigt Nikolaus und Krampus als Figuren eines weihnachtlichen Gabengartens. Dieses Objekt dokumentiert, wie stark der Brauch auch mit Familien und der Bescherung verbunden war. [4]
Vereine und Passen gestalten heute öffentliche Krampusläufe. Die Verbindung aus Nikolausfigur und Schiachperchten prägte die Entstehung moderner Krampusperchten. Besonders seit den 1960er-Jahren wurden größere Auftritte verbreiteter. [5]
Die Begriffe werden heute häufig gemeinsam genannt. Historisch haben sie jedoch unterschiedliche Schwerpunkte.

Im klassischen Nikolausbrauch begleitet der Krampus den heiligen Nikolaus rund um den 5. und 6. Dezember. Er steht für die strenge, erschreckende Seite des Besuchs, während Nikolaus lobt und Gaben bringt.
Rute, Kette, Hörner und Fell sind typische Attribute; regional unterscheiden sich Erscheinungsbild und Namen. [2]

Perchten gehören zum winterlichen Brauchtum des Alpenraums. Neben Schiachperchten gibt es Schönperchten mit eigenen Gewändern und regionalen Formen. Ihre Auftritte sind insbesondere mit der Zeit um den Jahreswechsel verbunden.
Die Grenzen verschwimmen bei heutigen Veranstaltungen oft; auch Krampusperchten verbinden Elemente beider Traditionen. [5] [6]
HISTORISCHER HINWEIS Eine unmittelbare, zweifelsfrei nachgewiesene Abstammung heutiger Krampusläufe aus vorchristlichen Kulten gibt es nicht. Solche Behauptungen sind Teil populärer Erzählungen, aber keine gesicherten historischen Tatsachen. [1] [5]
Was heute als Krampusgewand getragen wird, verbindet traditionelle Materialien, aufwendiges Handwerk und moderne gestalterische Einflüsse.

Die Larve ist das sichtbarste Merkmal des Krampus. Heute werden Masken häufig aus Holz geschnitzt und bemalt. Hörner – etwa von Widdern, Rindern oder Ziegen – und ausdrucksstarke Gesichtszüge geben jeder Figur ihren Charakter.
Schon historische Stücke zeigen, wie kreativ die verwendeten Materialien waren. Das Salzburg Museum dokumentiert beispielsweise eine Maske aus Fichtenholz mit Schaffell und Bockshörnern aus dem 19. Jahrhundert. [3] [5]
UNSERE MASKEN UND MITGLIEDER ↗Zottelige Fellgewänder verwandeln die Silhouette und gehören in vielen Regionen zum charakteristischen Auftreten der Krampusse.
Schwere Glocken und Schellen machen den Lauf hörbar, bevor die Figuren überhaupt zu sehen sind. Ihr Klang prägt die Atmosphäre eines Krampuslaufs.
Historisch verkörperten sie die strafende Seite des Krampus. Heute sind sie wichtige Requisiten des Brauchs; ein respektvoller Umgang mit dem Publikum steht dabei im Vordergrund.
Zur Entwicklung der Gewänder und Requisiten: Österreichische Nationalbibliothek und Salzburger Kulturlexikon. [1] [5]
Gemeinsam Birken holen, vorbereiten und die Ruten binden. Das gehört bei den Glanbach Teifi'n zur Vorbereitung auf die Saison.



Die Bilder dokumentieren einen Teil unseres Vereinslebens abseits der Auftritte.
ZUM FOTOALBUM ↗Im Salzburger Land gehören Krampus- und Perchtenläufe zur Advent- und Winterzeit. Die Passen unterscheiden sich in ihren Auftritten und Gewändern – gerade das macht die regionale Vielfalt sichtbar.
Der Gasteiner Perchtenlauf steht für eine eigenständige und historisch bedeutende Tradition. 2011 wurde er in das österreichische Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Das ist eine Anerkennung dieses konkreten Brauchs und nicht eine pauschale UNESCO-Auszeichnung für alle Krampusläufe. [7]
Wissenswertes über den Krampus, die Pass und ihre Traditionen.
Im Nikolausbrauch verkörpern die beiden Figuren unterschiedliche Rollen: Nikolaus steht traditionell für Lob und Gaben, der Krampus für die mahnende und erschreckende Seite des Besuchs. Regional unterscheiden sich die Abläufe und die Gestaltung der Figuren. [2]
Als Pass bezeichnet man im regionalen Sprachgebrauch eine Gruppe von Krampus- oder Perchtenläufern, die gemeinsam auftritt. Viele solcher Gruppen organisieren sich heute als Vereine. [5]
Die Rute verweist auf die traditionelle Rolle des Krampus als strenge Begleitfigur des Nikolaus und auf ältere Vorstellungen von Erziehung und Strafe. Bei heutigen öffentlichen Läufen ist sie vor allem ein bekanntes Symbol und Requisit. [2]
Die historischen Informationen auf dieser Seite beruhen auf öffentlich zugänglichen volkskundlichen und musealen Quellen. Unsere Vereinsfotos zeigen die Glanbach Teifi'n.
GLANBACH TEIFI'N · SEIT 2022Wir sind in der Stadt Salzburg zu Hause – mit Mitgliedern auch über die Landesgrenze hinaus.